„Functional Movement Screen“  ist ein standardisiertes Testverfahren, welches 1997 in den USA von dem Physiotherapeuten und Fitnesscoach Gray Cook und seinen Mitarbeitern entwickelt wurde.

Es testet 7 Schlüsselbewegungen, wie sie in Alltag und Sport vorkommen und macht Aussagen über Mobilität, Stabilität, Koordination, Kraft und Gleichgewicht.

Der FMS ist dadurch eine Methode zur Identifizierung von Störungen, Schwächen und Asymmetrien in Bewegungsabläufen. Die sieben Übungen sind teilweise sehr anspruchsvoll. Nur dadurch können auch verdeckte Schwächen erkannt werden und Ungleichgewichte, die einem im Alltag nicht auffallen, entlarvt werden.

Die sieben Übungen werden mit Punkten von 0 – 3 bewertet und die Punkte addiert. Maximalpunktzahl ist 21. Die zu erreichen ist manchmal auch für gut trainierte Sportler nicht ganz einfach.

 

Warum braucht man sowas?

Wer seine Schwächen und Problemstellen erkennt, bevor sie Problem bereiten, hat sehr viel gewonnen.  Je nach Punktzahl kann eine Therapie oder ein gezieltes Training eingeleitet werden. Verletzungen und Schmerzen werden so vermieden, Ausfallzeiten werden reduziert. Die Leistungsfähigkeit steigt durch gezielte Trainingssteuerung. Langfristig werden Haltungsschäden und Fehlstatik vermieden. Wer einen gut funktionierenden Körper hat, beugt langfristig auch chronische Schmerzen des Bewegungsapparates vor.

Außerdem kann man bei Mannschaftssportarten einzelne Spieler mit der Mannschaft vergleichen und diese gezielt fördern. Wenn Alle das gleiche Training machen, sollten auch Alle ungefähr auf demselben Leistungsniveau sein, sonst gibt es Überlastungsschäden oder Unterforderung.

Man hat herausgefunden, dass bei einer Punktzahl von weniger als 14 das Verletzungsrisiko 2 – 3 fach erhöht ist. Dies gilt ebenso für eine Asymmetrie.

 

Die Übungen

Deep Squat: Tiefe Kniebeuge

Hurdle Step: Hürden-Schritt

In-line Lunge: Ausfallschritt

Active Straight-leg Raise: Aktives Anheben des Beines

Trunk Stability Push-up: Rumpf-Stabilität

Rotary Stability: Rotations-Stabilität

Shoulder Mobility: Schulter-Mobilität

 

Ergänzt werden die Übungen durch Clearing-Exams. Dies sind erweiterte Tests, um medizinische Probleme, also kaputte Strukturen zu identifizieren.

 

Hobby-Athleten und Profisportler: Ihr werdet weniger Trainingsaufälle haben.

Der FMS dient in erster Linie dazu, funktionelle Störungen des Bewegungsapparates zu erkennen. Funktionell bedeutet, dass keine Struktur geschädigt ist, sondern nur schlecht funktioniert.  Aktive Sportler aller Leistungsklassen von Leistungssport bis Hobby-Sport sind angesprochen.  In den USA wurde dieser Test bald für Universitäts-Sportler, Elitesoldaten, Feuerwehrmänner und Profisportler zum Standard-Test, der nicht mehr wegzudenken ist. Bei uns ist er noch nicht sehr verbreitet, wird aber bereits in Nachwuchsleistungszentren vieler Sportarten angewendet.

 

Sport-Einsteiger? Dieser Test verhindert Frust

Nicht-Sportler, die vielleicht in ein Training einsteigen wollen, sollten diesen Test durchführen. Man kann so den „Status“ seines Körpers kennenlernen. Dies halte ich für sehr sinnvoll. Viele Nicht-Sportler fangen einfach mal so an zu Laufen oder Fitness-Kurse zu machen. Ein mancher Körper ist dadurch aber überfordert, es klappt nichts und es entstehen Schmerzen. Der FMS gibt Hinweise, was der Einzelne tun kann, um in seiner ausgesuchten Sportart auch lange Freude zu haben.

 

Falls bereits Schmerzen bestehen oder Strukturen stark geschädigt sind, ist dieser Test nicht immer sinnvoll. Hier ist ein Besuch beim Orthopäden oder Sportmediziner unerlässlich, wenn man mit Sport anfangen will. Es muss erst das Ausmaß der Schädigung und die Auswirkung des erwählten Sportes auf die Gesundheit besprochen werden.

 

Was braucht man zur Durchführung und wer testet?

Es gibt einen standardisierten Test-Kit, der zur Durchführung verwendet wird. Dadurch können Ergebnisse reproduzierbar und vergleichbar gemacht werden. Der Untersucher braucht Wissen und Erfahrung im Bereich Anatomie, Bewegungslehre, Krankheiten des Bewegungsapparates und Trainingslehre. Man kann also nicht Pi mal Daumen die Übungen machen und schätzen, wieviel Punkte es gibt. Es werden Kurse und eine Prüfung zur korrekten Durchführung des Tests angeboten.

 

Wieviel kostet das?

Der Test kostet ca. 100 €. Darin ist die Testdurchführung und die Auswertung enthalten sowie eine Besprechung der Ergebnisse. Die Ergebnisse werden dem Probanden schriftlich als Graphik mitgegeben. Bei Mannschaften kann man die einzelnen Sportler z.B. mit dem Gruppendurchschnitt vergleichen und erhält so schöne Aussagen über die Zusammensetzung des Teams.